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arbeitskreise:abbrecherquote:protokoll_aachen2015

Protokoll AK Abbrecherquoten

BuFaTa SoSe 2015 in Aachen
Anwesend: Maggy (TU Berlin), Karsten (TU Braunschweig), Jan, Anna (TU Darmstadt), Kira (TU Wien), Richard (Uni Freiburg), Franz Xaver, Mathias M., Felix M. (OTH Regensburg), Theresa, Markus (TU Dresden), Björn Ziegler (TH Mittelhessen), Matthia (TUM), Christine Sch., Eike, Jochen (HTW Berlin)
Leitung des AK: Karin (RWTH)
Protokoll: Alle

Einführung

  • Arbeitskreis wurde aufgrund ständiger Relevanz erstmalig abgehalten. Ideenaustausch, Problemerörterung und anfängliche Überlegungen bzgl. Handlungsmöglichkeiten fanden statt.

Vorstellung

  • Björn (TH Mittelhessen)
    • Abbrecherquote an sich nicht so groß, aber es gibt Fächer mit so großen Durchfallquoten, dass Leute wechseln
  • Eike + Christine + Jochen (HTW)
    • Chemie mit 75 % Durchfallquote
    • Keine Zahlen (mehr später)
    • WS 14/15: 235 Bewerber, Absolventen 42
    • kostenlose Mathevorkurse
    • 3-Semester - Regelung, also ab Einschreibung von Modulen 3 Semester (in denen die Prüfung angboten wird) Zeit zu bestehen
    • * wird oft Übersehen und führt dann zu Zwangsexmatrikulationen
    • „virtuelle Campusralley“ - Einweisung in Homepage, Prüfungsordnung etc.
  • Theresa + Markus (TU Dresden)
    • ~30-80 % je nach Studiengang
    • bei neuem Studiengang Regenerative Energiesysteme, aufgrund massiv falscher Vorstellung führen zu hoher Abbrecherquote (als Studiengang eingeführt wurde)
    • Bezahlkurs (~ 350 Euro) zur Vorbereitung auf die Unimathematik und nur begrenzte Anzahl von Plätzen
  • Kira (TU Wien)
    • 80 % bei 7 Jahren für BSc + MSc, Abbruchsquote im Master-Teil sehr gering
    • Jobouts (Studis mit vorher absolvierter Ausbildung brechen teilweise das Studium ab, da sie etwa genauso gute Jobs wie mit dem Bachelor nur mit ihrer Ausbildung bekommen
    • Mathematik-Auffrischungskurs, Messtechnik-Einführungskurs
  • Karsten Seitz (TU Braunschweig)
    • Hohe Abbrecherquote durch Doppeleinschreibungen (9-12 Prüfungsversuche teils möglich)
    • Veränderung in der Prüfungsordnung → Pflichtmodule müssen vor der Bachelor-Arbeit abgeschlossen werden
    • Gemeinsames Erstes Jahr mit den Studiengängen Wiing. ET, ET, Physik und IST (Informationssystemtechnik): Mathe und Elektrotechnik, Physik, BWL Fächer, .. https://www.tu-braunschweig.de/eitp/studieninteressierte/gemeinsameserstesjahr
    • Verlustfreier Wechsel nach diesem ersten Jahr
    • Projekt mit der Industrie- und Handelskammer um Perspektiven in Ausbildungberufen aufzuzeigen
    • Zusätzlicher Online-Mathevorkurs vor dem Studium zum Präsensvorkurs
  • Matthias (TH Nürnberg)
    • 70 % Abbrucherquote
    • Medizintechnik (ET-lastig) mit Pflicht-Online-Eingangstest, damit keine falschen Erwartungen geweckt werden
    • spezielle Mathekurse für berufliche qualifizierte ET Studis
  • Matthias M. + Felix + Franz Xaver (OTH Regensburg)
    • Falsche Erwartungshaltung bei Regenerative Energien Studiengang (theoretisch NC: 4.0..)
    • * erstes Semester: Email „dies ist ein technischer Studiengang“ ⇒ 1/3 Abmeldungungen
    • in Vorlesungen ca. 1/4 derjenigen, die angefangen haben
    • Vorwissen aus technischer Ausbildung hilft enorm, dafür fehlen bei solcher Ausbildung teilweise Grundlagen in Mathe und Physik
    • „Rausprüffach“ Grundlagen der Elektrotechnik 2, Durchfallquoten von ~80 %
    • in den ersten 3 oder 4 Semester wird rausgeprüft, danach sind es Einzelfälle
    • Vorkurse für Mathe, Tutorien, teilweise Brückenkurse in denen ein ganzes Semester Prüfungsaufgaben geübt werden
    • Zulassungsklausuren nach der Hälfte des Semesters: nur wenn man besteht darf man sich zur Prüfung anmelden
    • * Massive Reduktion der Durchfallquoten, aber auch der Anmeldungen (-75%)
    • In den ersten 2 Semestern muss mindestens Grundlagen der Elektrotechnik 1 und Mathematik 1 als Prüfung abgelegt werden, muss bei Nichtbestehen im folgenden Semester wiederholt werden.
    • für Wiederholung im zweiten Semester wird ein Nachzüglerkurs angeboten
  • Magda (TU Berlin)
    • ca. 50+ %, Durchschnittsstudiendauer eher mehr als Regelstudienzeit
    • Mathevorbereitungskurse (präsenz oder online; reichen allerdings nicht als Grundlage für die Vorlesungen)
    • Mentoringprogramm (Professoral) wird kaum angeboten (und kaum genutzt) aufgrund von schlechter Organisation
    • „Orientierungssstudiengang MINTgrün“ möglich (sowohl neben der Schule als auch direkt zum Studienbeginn),nicht völlig verlustfrei - aber: Möglichkeit sich Kurse anrechnen zu lassen http://www.mintgruen.tu-berlin.de/
  • Anna & Jan (TU Darmstadt)
    • ca. 50% Abbrecher
    • Freiwillige Woche Null mit Mathematik-Auffrischung des Schulstoffs
    • Zulassungsfrei, dafür Zwangsanmeldung in ET 1, ET 2, Mathe 1, Mathe 2
    • Profs:
    • Eignungsfeststellungsverfahren beim Maschinenbau: Studenten werden zu persönlichem Gespräch eingeladen (600 Termine á 25 min). Eignung wird anhand vorgegebener Kriterien bestimmt (z.B. politisches Engagement)
  • Richard (Uni Freiburg)
    • ca. 50% Abbrecherquote
    • Mikrosystemtechnik und alle anderen Studiengänge sind zulassungsfrei, viele fangen an, ohne zu wissen, was sie erwartet. StudienanfängerInnen sind teilweise vor Weihnachten schon wieder weg.
    • unbegrenzte Prüfungsmöglichkeiten stehen hoffentlich bald vor der Einführung
    • 3 Freiversuche, bestandene Prüfungen können wiederholt werden, max. 20 Semester Studiendauer
    • Gibt Orientierungsprüfungen für Grundlagenfächer, die nach dem 3. Semester bestanden sein müssen
    • Professor als Mentor für jeden Anfänger
  • Matthias (TU München)
    • 700 StudienanfängerInnen
    • 10 Orientierungsprüfungen nach dem ersten und zweiten Semester (jeweils 5)
    • *Zweitversuch ist am Ende der Ferien
    • danach noch ca. 300, die kommen, dann aber auch eher durch
    • viele Tutorien und insgesamt viele Übungen
    • Mathevorkurs (kostenlos)
  • Karin (RWTH Aachen)
    • immer wieder fallen Leute durch Unkenntnis der Prüfungsordnung durch
    • Mentoringprogramm: Studenten haben Probleme mit Studiumsgestaltung
    • * Informationsverbreitung verbesserbar
    • Mathevorkurse
    • Semester Null

Gruppe A: Was gibt es bisher?

  • Systematisierung: Studis → Uni → Abschluss / Abbruch
    • 1. Stellschraube: Systemveränderung
    • * Lehre und Betreuung verbessern, ergänzende Angebote wie Lernräume
    • * immer Verbesserungsfähig und Verbesserungswürdig
    • * inklusive Probierstudium (0. Semester), Mathe Vorkurse
    • * Abbruchbedingungen: Prüfungsversuche, Wiederholungsfristen, Orientierungsprüfungen
    • * Abwägung: ewig studieren um eventuell am Ende zu merken, es passt doch nicht vs. Entwicklungsmöglichkeiten wahrnehmen lassen und Übergänge zu anderen Fächern schaffen
    • 2. Stellschraube: Veränderung der Eingangsvariablen
    • * Zulassungsbeschränkungen bzw. Selektion (—)
    • * Informationsverbreitung: vernünftige Selbsteinschätzung ermöglichen
    • * richtigen Ton finden ist schwierig zwischen Beschönigung und Demotivation
  • Mathe-Vorkurse ⇒ Kira
    • müssen auf die folgenden Anforderungen abgestimmt sein
    • Kostenfrei!
  • Semester Null oder Jahr Null: Orientierungsstudium um sich auszuprobieren ⇒ Kira
    • super, was im gewählten Studiengang passt, sollte auch verwendet werden können
    • Sollte auch Motivation für die Grundlagen liefern
  • Orientierungsprüfungen ⇒ Kira
    • gewisse Begrenzung: Bachelorarbeit erst wenn man die Grundlagen hat, durchaus sinnvoll
    • Hürde grundsätzlich auch ok, aber ist sie an der richtigen Stelle und in der richtigen Form
    • mehr Beratung, weniger Zwang
  • Informationen über Studium ⇒ Christine
    • Informationsphase vor Bewerbung
    • Über Inhalte des Studiums aufklären, von Dekanatsseite
    • Problem: Erklärung über die Realität des Studentenlebens ist nicht attraktiv
    • Online-self-assessment: vorgeschaltet vor Einschreibung
    • Informatik TU Darmstadt: Rent-a-Fachschaftler: begleite einen Fachschaftler einen Tag lang im Studium; ähnlich in Österreich „Studieren probieren“
    • Tag der offenen Tür: „Hochglanzflyer“, dh teils keine realistische Darstellung bzw. Werbung mit Inhalten die sehr spät im Studium kommen
    • Möglichkeit sich in Vorlesungen reinzusetzen (kostenpflichtig)
    • Beratungsstände der Fachschaften während der Einschreibephase
    • Vorschlag: ehrliche Flyer, die aber auch die Vorteile zeigen (also nicht demotivieren) eine realistische Vorstellung des Studiums vermittelt; Verlaufsplan, Beschreibung was in den Modulen enthalten ist und über den Aufwand?
  • Fazit: mehr Medien nutzen um diese Informationen rüberzubringen
    • Methoden, die das Studium besser machen z.B. Lerngruppen, mit vermitteln
  • Mentoring (studentisch & professoral) ⇒ Magda
    • TU Wien: Current Talk: Treffen in Kneipe immer mit 2 Profs offen für alle; vom OVE + Fachschaft organisiert; es kommen ca. 10 - 15 Leute
    • * Einführungsveranstaltungen laufen gut, es gibt verkleidete Gruppen zu denen man geht. Mit dieser Gruppe ist man dann auch in Tutorien im Semester.
    • * Alle mit Problemen werden darauf hingewiesen, dass sie jederzeit mit Problemen zur Fachschaft kommen können
    • HTW Berlin: in O-Woche: Erfahrungsaustausch mit höheren Semester + Kontaktdatenaustausch mit Tutor
    • *im laufenden Semester: gibt es nicht direkt, eher über Studiengangssprecher
    • TH Nürnberg: Studentisches Mentoring, besonders wenn man gar nicht weiß wie ein Studium so läuft; auf Antrag
    • OTH Regensburg: Kontaktdatenaustausch mit Tutor möglich, Mentoringprogramme (nur) für Frauen
    • TU Darmstadt: studentisches Mentoring während der ersten beiden Semester, mäßig erfolgreich; Professor-ales Mentoring funktioniert nicht.
    • TU Dresden: Gruppen mit Gruppenleiter als Ansprechpartner, funktioniert aber auch nicht wirklich. Studentenwerk bietet gemeinsames wohnen mit Fortgeschrittenen Studenten an.
  • Fazit: in keiner der beteiligten Unis gibt es ein gut funktionierendes Mentoringprogramm
  • Limitierung der Prüfungsanzahl - Felix
    • TU Wien 3 normale Versuche, 4.+5. (kommissionell) mit erweitertem Prüfungsgremium, teils mündlich; 3 Prüfungstermine pro Semester müssen angeboten werden
    • TH Mittelhessen 4 Versuche, schriftlich
    • TU Darmstadt: Drei Versuche, in einem Fall je Studiengang eine mündliche Ergänzungsprüfung (auf Antrag)
    • TU Dresden: binnen eines Jahres Prüfung wiederholen, danach zum nächstmöglichen Termin
    • TH Nürnberg: drei Versuche, unter bestimmten Bedingungen vierter Versuch
    • HTW Berlin: 3 Versuche, schriftlich, 2 feste Prüfungszeiträume pro Semester
    • TU Berlin: 3 Versuche, der letzte normalerweise Mündlich, 1. Wiederholung innerhalb eines Jahres, danach nochmal ein Jahr für den nächsten Versuch
    • TU München: unendliche Anzahl, aber bestimmte Anzahl an Credtis müssen erreicht werden & Studium muss in 8 Semestern beendet werden; GOP (Grundlagen -und Orientierungsprüfungen) dürfen zweimal angetreten werden
    • OTH Regensburg: 3 Versuche aus 1. Studienabschnitt, beim 2. Abschnitt 1 Mal 4. Versuch möglich
  • Fazit:
    • Fail-Fast-Ansatz: wenn finale Prüfung, dann schnell; Aspekt Zeitersparnis;
    • Hineinwachsen: insbesondere Lücken im Vorwissen aufzuarbeiten ist schwierig, wenn man mehr als eine Prüfung wiederholen muss und in Fristen steckt.
    • begrenzte Anzahl von Prüfungen, dann aber mehr Lockerheit bei Fristen
    • zwingende semesterbegleitende Prüfungen sind in dieser Hinsicht besonders kritisch

Gruppe B: Was gibt es bisher?

  • Mathe-Vorkurse
    • leichter Einstieg, schnell komplexere Zusammenhänge
    • unterschiedliche Ausgangsvorraussetzungen der Studenten
    • Angebote der Unis unterschiedlich lang (4 Tage bis 4 Wochen) und in unterschiedlicher Form (Audimax - Kleingruppen, studentische Tutoren - Prof, …)
    • Tipps und Trick zum eigenständige nachholen (z.B. das gelber Rechenbuch (http://www.das-gelbe-rechenbuch.de/), bestimmte youtube-Kanäle,
    • Studenten wissen teilweise nicht Bescheid, dass die Kurse stattfinden
  • Semester Null
    • Nicht an Angebote aus einem Studiengang gebunden
    • Anerkennung der abgelegten Prüfungen möglich
    • bisher bei kaum einer Uni angeboten
    • gute Möglichkeit das System Uni kennenzulernen
    • Mentoring im Nullten Semester durch einen Studenten in Aachen: im Grunde gute Idee, Umsetzung noch verbesserungsbedürftig und vieles unklar
  • Orientierungsprüfungen
    • Gespräch mit dem Dekan (Professoren) oder Studienfachberatern bei zu geringer Zahl an Credits nach 2 Semestern
    • Exmatrikulation (Freiburg) oder Verbot weiter Prüfungen anzumelden (Dresden), wenn bestimmte Prüfungen zu bestimmter Zeit nicht bestanden sind
    • Fristen und Angebot der Lehrveranstaltungen nicht immer gut aufeinander abgestimmt: Orientierungsprüfung sollten eine Führung bieten, aber ohne schwerwiegende Konsequenzen; Sollen zwingenden Einblick in der Studiengang bieten
  • Informationen über Studium

vor dem Studium:

  • Fachschaft bei Schülerinformationstagen bzw. teilweise auch auf Messen vertreten
  • TU Darmstadt: Infoveranstaltung im Fachbereich (teilweise wöchentlich)
  • (online) self assessment - Fragebögen
  • Unis sollten wichtige Punkte, die einen im Studium erwarten, ehrlich ansprechen
  • Studienbeginn FAQ: Was erwartet dich im Studium an der Uni
  • Mentoring (studentisch & professoral)
    • Regelmäßige Austausch und Beratung durch Professoren (freiwillig oder Pflicht)
    • Betreuung von Kleingruppen (bis zu 20 Erstis) durch studentische Tutoren, die Geld, ECTS oder auch nix dafür bekommen
  • Limitierung der Prüfungsanzahl
  • Fundamentales
    • Nicht jeder Abbreche ist ein Problem, andere Vorstellungen
    • Vorstellungen der Anfänger stimmen teilweise nicht mit der Realität im Studienalltag überein
    • Früher Abbruch zu bevorzugen?

Status Quo Kernproblem: Mangelnde Information von Seiten der Hochschulen/Unis bzw. mangelndes Informieren der Anfänger

„Aktuelle Projekte“

  • Studieren Probieren
    • Regelmäßige Termine für Schüler, die von Studenten in ihre Vorlesung mitgenommen werden
    • In Österreich bereits auf Bundesebene, Termin ist bekannt

→ Projekt weiterverfolgen

  • Studienverlaufsplan aufmotzen
    • Veranstaltungen von Studis kommentieren lassen (mehrere Perspektiven, mal positiv, mal negativ - je diverser, desto vollständiger das Bild; Message: individuelle Wahrnehmung)
  • Ausbildung von Tutoren an Wochenendseminaren
    • Ein Tutor betreut ca. 5 Studenten in über das Semester verteilt
  • ehrliches Infomaterial: konkrete Inhalte, Arbeitsaufwand
  • Mentoring erweitern

Ende

Beginn: 17:03 Uhr
Ende: 13:00 Uhr
Der AK sollte auf weiteren Tagungen besprochen werden



Die hier im BuFaTa ET Wiki dargestellten Arbeitsdokumente sind Einzelbeiträge der jeweiligen Autoren und i.d.R. nicht repräsentativ für die BuFaTa ET als Organisation. Veröffentlichte Beschlüsse und Stellungnahmen der BuFaTa ET befinden sich ausschließlich auf der offiziellen Homepage.
arbeitskreise/abbrecherquote/protokoll_aachen2015.txt · Zuletzt geändert: 01.05.2015 17:18 von janl