Dies ist eine alte Version des Dokuments!
Inhaltsverzeichnis
Rüstung und gesellschaftliche Verantwortung
| 98. BuFaTa an der RWTH Aachen | ||||
|---|---|---|---|---|
| Datum | Beginn | Ende | Sitzungsleitung | Protokollierung |
| 16.05.26 | 10:30 | 13:00 | Finn (KIT) | Jona (HAW Hamburg) |
Anwesende: pif (KIT), Tilman (KIT), Lupi (KIT), Nele (KIT), JP (KIT Alumnus), Finn (KIT), Dustin (TU Ilmenau), Richard (TU Ilmenau), Adrian (TU Ilmenau) Simon Rein (TU Darmstadt), Vincent (TU Darmstadt),Peter (HS München), Markus (RPTU Kaiserslautern), Armin (TU Dresden),Karla (TU Dresden), Jona (HAW Hamburg), Natascha (TH Mannheim Alumna), Seb (FH Dortmund Alumnus), Wolf (CAU zu Kiel), Thalia (TU Hamburg), Jan-Luca (TU Hamburg), Valery (RPTU Kaiserslautern), Leon (HS Koblenz), Hannes (TH Nürnberg), Maxi (TH Nürnberg), Kardelen (TH Nürnberg)
Ziel bzw Richtung des AKs
In einem halben Jahr wird sich der VDE-AK potentiell um das Thema Rüstung/Defence drehen. Der VDE hat den Bereich VDE Defence recht neu gegründet. Vorher soll in einem Disskussions-AK in BuFaTa ET Runde verschiedene Standpunkte beleuchtet werden. Was gibt es für Argumente? Wie werden Rüstungsthemen und Kooperationen an den Hochschulen gehandhabt?
Einführung
Zu Beginn der Diskussion soll Aktuelles aus den jeweiligen Hochschulen berichtet werden.
TU Darmstadt
- Überlegung Zivilklausel auszusetzen, um mehr Drittmittel zu generieren, da die aktuelle Hochschulfinanzen aufgrund des Hochschulpaktes stark geschrumpft sind.
HAW Hamburg
- Zivilklausel bleibt
- Rheinmetall wird Duale Studis an die HAW schicken.
Ilmenau
- Hat sich für die Zivilklausel entschieden.
HS München
- Hochschule hat keine Ziviklausel, streben Kooperationen mit der Bundeswehr an
- Fachschaft diskutiert
- Soll eigenen neuen Studiengang mit Rüstungs Fokus geben
KIT
- Es gibt eine Zivilklausel für den Großforschungsbereich: Campus Nord, der Universitätsbereich/Campus Süd hat keine Zivilklausel
- Im StuPa gibt es keine Mehrheit die Zivilklausel auszuweiten
- Präsident hat auf der Hannover Messe ein Rüstungspositionspapier (https://www.kit.edu/downloads/positionspapier-sicherheitsrelevante-forschung.pdf) vorgestellt, KIT soll führende Rüstungsforschungsuniversität werden
- KIT soll ein Drohnenkompetenzzentrum bekommen
CAU zu Kiel
- Keine Zivilklausel
- Es werden aber auch keine konkreten Waffen gebaut, aber dual-use Projekte
- Seit September 2025 Diskussion im StuPa eine Zivilklausel einzuführen
TU Dresden
- keine Zivilklausel
- Israelisches Rüstungsunternehmen wollte ein Projekt (Drohnenforschung) starten
* Kommission hat sich dagegen gestellt, die Rektorin ignoriert aber die Meinung der Kommission
- Fachschaft hat sich gegen dieses Projekt, aber nicht gegen Rüstungsforschung generell positioniert
Rückfrage zu Dresden
- Was für Konsequenzen folgen nun aus dem Übergehen der Kommission? Die Stellungnahme der Fachschaften, ansonsten keine weiteren Folgen.
- Hat die Direktorin juristisch sauber gehandelt? Ja.
TH Nürnberg
- keine Zivilklausel
- HS nicht so negativ gegenüber Rüstung eingestellt
- Duale Studenten von Diehl
- Career days für Studenten mit Ständen von Diehl und der Bundeswehr
RPTU Kaiserslautern
- Es gibt eine Kommission „Kommission Ethik sicherheitsrelevanter Forschung“ (KEF)
- Viel dual-use Forschung
TU Hamburg
* Keine Zivilklausel * Aktive Rüstungsforschung an der Uni * Duale Studenten von der Luftwaffe, ThyssenKrupp, Northrop Grunman und TKMS * Forschungskooperation mit der Marine * Lehrkooperation mit der HSU (Bundeswehruni)
- Leistungselektronik
- Abschlussarbeiten
Was gibt es an Themen im Hinblick auf das Gespräch mit dem VDE
= Artikel/ Papiere des VDE = * https://www.vde.com/topics-de/defense
- VDE will sich mehr im Bereich Defense positionieren
- Liest sich so als ob es schon viel Gefordertes gibt
Ausbau der deutschen Rüstung
* Ausprache für Souveränität von Waffenproduktion
Aufnahme von Firmen in den VDE Verband
- Welche Firmen sind beteiligt? Konnten noch keine Konkret herrausfinden
Sammlung an Standpunkten
Studierbarkeit
- Freie Studierbarkeit muss bestehen bleiben ohne Rüstungskontakt und ohne Qualitätseinbußen / ohne akademische Nachteile
- Der Gegenstandpunkt wird auch geäußert, dass Leute sich auch auf Rüstung fokussieren dürfen, wenn sie wollen
- Formulierungsvorschlag : Es darf kein akademischen Nachteil entstehen durch persönliche Entscheidung für oder gegen Rüstungsforschung.
- Formulierungsvorschlag: „Sicherstellung freier Studierbarkeit ohne Qualitätseinbussen bzw. Entstehung eines akademischen Nachteils wenn sich jemand aus persönlichen Gründen dazu entscheidet, keinen Kontakt mit Rüstungsforschung haben zu wollen.“
Kooperationen/ Ausfuhrbeschränkungen
- Es ist explizit darauf zu achten, bei Kooperationen Partner auszuschließen, die kürzlich zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit beigetragen haben.
- Frage nach der Intention
- Wer entscheidet über Kooperationserlaubnis? - In Deutschland klar geregelt: Die Hochschule selbst, z.B. über Ethikkommissionen.
- Auf Ausfuhrbeschränkung beharren und Technologien in Europa bzw. lieber in Deutschland behalten.
- Oft werden in der Praxis Rüstungstechnologien bzw. Waffensysteme aus Kooperationen verschiedener Länder zusammengebaut.
- Es gibt Diskussionen darüber, ob es um deutsche oder um EU-Sicherheitsinteressen/Verteidigungsinteressen als Ziel sein sollte. Da diese vielleicht im Interesse von Deutschland oder immer friedlich sind.
Ethische Bedenken
- Ethische Bedenken müssen im Ansatz mit eingebracht werden. Allerdings ist der VDE da nicht der richtige Addressat, sondern die Politik.
- Drohnen, unbemannte Systeme und KI-Entwicklungen sollten dabei insbesondere beleuchtet werden.
- Es stellt sich die Frage, wer für den (missbräuchlichen) Einsatz/die Tötung verantwortlich ist kommt auf
- Forderung „Human-in-the-loop“ wird genannt. Muss gut begründet werden
- Die Einbeziehung der BuFaTa ET zum Thema Defense im VDE erweckt den Anschein, dass wir lediglich zur Legitimation einer vorangegangenen Entscheidung benutzt werden.
Fragen an den VDE-Vertreter
Der AK möchte, da der VDE Vertreter vorort in München dieses Thema zur Diskussion vorgeschlagen hat und selbst im Bereich Defense ist, Fragen sammeln.
Fragen:
- Was ist das Ziel des Bereichs? Sowohl langfristig (10 Jahre) als auch kurzfristig (im nächsten Jahr)?
- Was sind die Auswirkung für Studierende?
- War das neue Sondervermögen bzw. die Aussetzung der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben einer der Hauptauslöser zur Einrichtung dieses Fachbereichs?
- Weniger suggestiv: Was war die Motivation des VDE, einen Bereich Defense einzurichten? Was sind seine Ziele und Aufgaben?
- Welche Universitäten/Fakultäten und Unternehmen ordnen sich dem Defense-Bereich des VDE zu? Bezieht sich dies ausschließlich auf reine Rüstungsunternehmen oder zählen Dual Use Unternehmen auch auf diese Gruppe.
- Was ist die Stellung des VDE zu Israel und gemeinsamen Waffenentwicklungen?
- Alternativ: Wie positioniert sich der VDE zu Forschungs- und Entwicklungskooperationen deutscher Industrie- und Forschungsakteure mit israelischen Behörden und Unternehmen vor dem Hintergrund völkerrechtlich fragwürdiger Handlungen im andauernden Gaza-Krieg?
- Welche Beitrittsregelungen gibt es für international agierende Unternehmen bzw. deutsche Tochterunternehmen internationaler Firmen?
- Was ist die Haltung des VDE zu vollkommen autonomen Entscheidungsketten in Rüstungsprodukten? Stichwort Human in the Loop.
Kontroverse Diskussion und persönliche Meinungen
- Es wird die Meinung geäußert dass Rüstungsfirmen nur in öffentlicher Hand sein sollte, da sonst die Interessen dieser Firmen im Gegensatz zu dem Allgemeinwohl stehen.
- Wird von anderen Leuten als utopisch angesehen. Und deutsche Rüstung Industrie immer noch kontrolliert wird.
- Sind Staatsfirmen dann noch innovative/effizient genug?
- Rüstungsausgaben als Versicherung, aber nur bis bestimmter Menge effektiv.
- Sollte zivile Forschung auch zur militärischen Forschung beitragen, dafür gibt es doch extra Bundeswehr Universität.
- Faktencheck: Waffenexporte Deutschland nach Ländern und Volumen (2011-2022) https://de.statista.com/infografik/24470/die-groessten-abnehmer-deutscher-waffenexporte/
Ende
Beginn: 10:30 Uhr
Ende: 13:00 Uhr
Der AK sollte auf weiteren Tagungen besprochen werden. Insbesondere auf der nächsten Tagung in München als Nachbesprechung des VDE AKs.
Die hier im BuFaTa ET Wiki dargestellten Arbeitsdokumente sind Einzelbeiträge der jeweiligen Autoren und i.d.R. nicht repräsentativ für die BuFaTa ET als Organisation. Veröffentlichte Beschlüsse und Stellungnahmen der BuFaTa ET befinden sich ausschließlich auf der offiziellen Homepage.
